Schlagwort-Archiv: Verfahrensabschnitte

zeitliche Übersicht Privatinsolvenz

Welche Verfahrensabschnitte hat das Verbraucherinsolvenzverfahren (Privatinsolvenz):   

 

                                           Verwertungsphase                        I                         Wohlverhaltensphase

Antrag-stellung Eröffnungsverfahren eröffnetes Verfahren Prüfungs-termin(e)  Schluss-termin Restschuld-befreiungs-verfahren  Erteilung / Versagung der Restschuld-befreiung

      ca. 2-7 Tage                         -> ca. 4 – 9 Monate                      -> ab Eröffnung genau 6 Jahre

 

zuvor: Mit Hilfe von Schuldnerberater / Rechtsanwalt o.ä. wird der Insolvenzantrag erstellt.

Der fertige Antrag wird gründlich geprüft, unterschrieben und bei dem zuständigen               Amtsgericht eingereicht. Hiermit beginnt das formelle gerichtliche Eröffnungsverfahren, das normalerweise ca. 2-7 Tage dauert:

Auf der Geschäftsstelle des Amtsgerichts wird geprüft, ob alle Unterlagen vollständig und formal richtig sind und aus den Unterlagen wird eine Insolvenzakte angelegt.

Wenn die formalen Voraussetzungen erfüllt sind, erlässt nun der Insolvenzrichter den Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Hiermit beginnt zugleich die sog. Verwertungsphase, die in Verfahren ohne Besonderheiten ca. 4 – 9 Monate dauert.

Für die Verwertung und Abwicklung des Verfahrens wird ein Insolvenzverwalter bestellt und beim Insolvenzgericht ist ab jetzt ein Rechtspfleger für alle weiteren Maßnahmen zuständig.

Nun werden die Forderungsanmeldungen der Gläubiger vom Treuhänder gesammelt und in der sog. Insolvenztabelle zusammengefasst.

Außerdem wird alles pfändbare Vermögen des Insolvenzschuldners verwertet und die eingenommenen Gelder auf einem Treuhandkonto gesammelt. Der Treuhänder erstattet dem Insolvenzgericht im (schriftlichen) Prüfungstermin einen Bericht mit dem Ergebnis seiner Prüfungen über das verwertbare Vermögen und die Gläubiger-Forderungen.

Sind alle eingegangenen Forderungsanmeldungen der Gläubiger geprüft und alles pfändbare Vermögen verwertet, fasst der Treuhänder alle Daten in den sog. Schlussunterlagen zusammen und das Insolvenzgericht bestimmt den Schlusstermin.

Liegen keine gegenteiligen Anträge der Gläubiger vor, kündigt das Gericht nun die Restschuldbefreiung an und das Verfahren wird aufgehoben. Das bedeutet, dass die Verwertung beendet ist und das Verfahren läuft als sog. Restschuldbefreiungsverfahren / Wohlverhaltensphase weiter, die ab der Eröffnung des Gesamtverfahrens genau 6 Jahre andauert.

Am Ende der 6 Jahre steht die Entscheidung des Insolvenzgerichts über die Erteilung oder Versagung der Restschuldbefreiung.